Erfahre mehr über Daumenschmerzen durch Rhizarthrose: typische Symptome, mögliche Ursachen und bewährte Übungen, um deine Handfunktion zu verbessern.

Schmerzen im Daumensattelgelenk können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Einfache Tätigkeiten wie Schreiben, Flaschen öffnen oder das Tippen auf dem Handy können dann zur Qual werden.
Häufig steckt hinter solchen Beschwerden eine Rhizarthrose, ein Verschleiß des Gelenkknorpels. Diese Seite beleuchtet die typischen Symptome, mögliche Ursachen und stellt einen ganzheitlichen Ansatz mit verschiedenen Übungen vor, um die Lebensqualität zu verbessern.
Die Rhizarthrose beschreibt einen Verschleiß des Gelenkknorpels im Daumensattelgelenk. Dies kann dazu führen, dass die Gelenkflächen enger aufeinanderliegen. Typische Symptome sind eingeschränkte Beweglichkeit und Schmerzen, die sich oft bei alltäglichen Bewegungen bemerkbar machen. Betroffene können Schwierigkeiten beim Schreiben, beim Öffnen von Flaschen oder beim Bedienen eines Smartphones erleben. Diese Einschränkungen können auch zu Ausweichbewegungen oder Fehlbelastungen in anderen Bereichen der Hand führen.
Die Ursachen für eine Rhizarthrose sind häufig im Alltag zu finden. Einseitige und monotone Belastungen der Hände, wie sie beispielsweise beim Halten einer Computermaus oder bei bestimmten beruflichen Tätigkeiten (z.B. Physiotherapeuten, Masseure, manuelle Arbeiter) auftreten, können den Verschleiß fördern. Auch eine anatomische Fehlstellung im Gelenk oder eine Instabilität können zur Entstehung oder Verstärkung der Beschwerden beitragen. Das Erkennen und Anpassen von Alltagsgewohnheiten kann ein wichtiger Hebel sein, um einer Verschlimmerung entgegenzuwirken.
Obwohl Arthrose oft als nicht behandelbar gilt, kann die Lebensqualität im Umgang mit Rhizarthrose durch gezielte Maßnahmen deutlich verbessert werden. Ein ganzheitlicher Ansatz konzentriert sich darauf, das betroffene Gewebe vorzubereiten, die Durchblutung zu fördern und die Beweglichkeit zu verbessern. Dies umfasst die Mobilisierung von Muskeln und Nerven, das Schaffen von Raum im Gelenk durch Traktion sowie passive und aktive Bewegungsübungen. Abschließend kann eine Kräftigung der umliegenden Muskulatur dazu beitragen, das Gelenk zu stabilisieren und die Funktion zu unterstützen.
Die vorgestellten Übungen zielen darauf ab, die Beweglichkeit und Funktion des Daumensattelgelenks zu verbessern und die Schmerzen zu lindern. Es ist wichtig, die Übungen sanft und kontrolliert durchzuführen und dabei auf die eigene Körperwahrnehmung zu achten. Schmerzen sollten während der Ausführung nicht massiv verstärkt werden. Regelmäßigkeit und Konsequenz können dazu beitragen, langfristig positive Effekte zu erzielen und den Umgang mit den Beschwerden im Alltag zu erleichtern.
Beginne mit einer sanften Massage der Muskulatur rund um das Daumensattelgelenk. Wähle eine Position, die für dich angenehm ist. Mit dem Daumen oder den Fingern der anderen Hand kannst du die Muskulatur bearbeiten. Achte darauf, dass der Daumen in einer neutralen Position bleibt und die Massage keine starken Schmerzen verursacht.
Beugemuskulatur: Konzentriere dich auf den Daumenballen auf der Innenseite der Handfläche. Führe kleine kreisende oder lineare Bewegungen aus, beginnend am Muskelansatz nahe des Handgelenks. Massiere etwa 30 bis 60 Sekunden lang, um die Durchblutung zu fördern.
Streckermuskulatur: Drehe die Hand um und bearbeite die Muskulatur zwischen Daumen und Zeigefinger. Nutze einen Zangengriff, um die Muskeln zu erreichen und massiere auch hier mit kreisenden oder linearen Bewegungen.
Sensorische Stimulation: Reibe anschließend den gesamten Daumen, die Haut und die Gelenke sanft durch. Dies kann auch über das Handgelenk und den Unterarm ausgedehnt werden, um die nervliche Vorbereitung zu unterstützen.

Um Platz im Gelenk zu schaffen, greife deinen Daumen unterhalb des Grundgelenks, also am ersten Mittelhandknochen. Ziehe das Gelenk leicht auseinander, ohne Schmerzen zu verursachen. Führe dabei kleine, sanfte kreisende Bewegungen aus. Halte diese Traktion und Rotation für etwa 20 bis 30 Sekunden.

Die Mobilisierung der Nerven kann die Versorgung des Daumenbereichs verbessern. Gehe hierbei besonders sanft vor und vermeide starke Schmerzen (maximal 3 von 10 auf einer Schmerzskala).
Medianus Nerv (Mittelarmnerv): Stelle dich aufrecht hin und ziehe deine Halswirbelsäule in die Länge (Kinn nah am Hals). Strecke den betroffenen Arm zur Seite, ziehe die Hand hoch und spreize die Finger. Drehe den Arm nach hinten und führe ihn leicht nach außen und hinten, bis du einen leichten Zug spürst. Bringe den Kopf in ein Doppelkinn und kippe ihn zur Gegenseite. Senke das Schulterdach nach unten, als ob du mit der Handfläche zum Boden willst. Bewege die Schulter fünfmal hoch und runter, während Ellenbogen, Hand und Finger ihre Stellung beibehalten. Halte die Schulter unten und beuge und strecke das Handgelenk fünfmal.
Musculocutaneus Nerv: Nimm deinen Daumen in die Hand, schließe die Faust und ziehe den Daumen enger zur Handfläche. Lege den Arm neben den Körper. Kippe das Handgelenk in Richtung des kleinen Fingers (nach hinten), um eine Dehnung am Daumengelenk zu erzeugen. Drehe den Arm nach innen und schiebe ihn nach hinten. Bringe den Kopf wieder in ein Doppelkinn und kippe ihn zur Gegenseite. Bewege die Schulter fünfmal hoch und runter. Halte die Schulter unten und bewege das Handgelenk fünfmal aus der Position heraus und wieder hinein.

Passive Dehnungen können die Beweglichkeit des Gelenks verbessern.
Dehnung in die Streckung: Drehe deine Handfläche nach oben und lasse das Handgelenk nach unten fallen, sodass die Finger zum Boden zeigen. Greife deinen Daumen von unten, relativ nah am Grundgelenk. Halte Hand und Finger gespreizt. Ziehe den Daumen nach hinten und leicht nach unten, bis du einen Zug auf der Innenseite der Handfläche spürst. Halte diese Position zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten, während du versuchst zu entspannen.
Dehnung in die Beugung: Bringe deinen Daumen zur Mitte der Hand, versuche, ihn zum Grundgelenk deiner Finger zu führen. Schließe die Faust und ziehe den Daumen mit den anderen Fingern weiter in die Handfläche. Strecke den Arm und kippe das Handgelenk in Richtung des kleinen Fingers. Bei Bedarf kannst du die Kippung mit der anderen Hand verstärken. Halte auch diese Dehnung zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten.

Diese Übung hilft, die Kontrolle über das Daumensattelgelenk zu verbessern.
Variante 1 (Finger geschlossen): Halte deine Finger geschlossen. Führe mit dem gesamten Daumen, einschließlich des Mittelhandknochens, einen großen Kreis aus. Bewege den Daumen so weit wie möglich in die Streckung nach außen und dann wieder nach innen in die Beugung. Führe die Bewegung langsam, kontrolliert und ohne Ruckeln oder Knacksen aus. Mache 10 Kreise in eine Richtung und wechsle dann die Richtung.
Variante 2 (Finger geöffnet): Für eine größere Herausforderung versuche, die Finger geöffnet und abgespreizt zu halten, während du die kreisenden Bewegungen des Daumens ausführst. Achte darauf, dass sich die anderen Finger nicht mitbewegen. Führe auch hier 5 bis 10 Kreise in jede Richtung durch.

Die Kräftigung der Daumenmuskulatur kann zur Stabilisierung des Gelenks beitragen. Nutze hierfür ein Gummiband (z.B. ein Haushaltsgummi oder ein umgedrehter Fingerspreizer).
Adduktion (Heranführen): Lege das Gummiband um beide Daumen. Halte die Hände in der Luft und richte das Handgewölbe auf. Ziehe einen Daumen nach unten innen, als ob du ihn zum Grundgelenk des kleinen Fingers führen möchtest, anstatt ihn eng an den Zeigefinger zu legen. Halte die Spannung kurz und kehre langsam zurück. Führe 10 bis 15 Wiederholungen in zwei Sätzen pro Seite durch.
Streckung (Nach oben Führen): Lege das Gummiband um alle Finger. Forme die Hand leicht rund und richte das Gewölbe auf. Schiebe den Daumen nach außen oben hoch, gegen den Widerstand des Bandes. Achte darauf, dass der Mittelhandknochen des Daumens mitgeht. Du kannst diese Übung in verschiedenen Handgelenkspositionen (gerade, leicht gebeugt, leicht überstreckt) ausführen. Mache auch hier 10 bis 15 Wiederholungen in zwei Sätzen pro Seite.

Rhizarthrose ist ein Verschleiß des Gelenkknorpels im Daumensattelgelenk, der dazu führen kann, dass die Gelenkflächen enger aufeinanderliegen. Dies äußert sich häufig durch Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Daumens.
Typische Symptome sind Schmerzen und Schwierigkeiten bei alltäglichen Bewegungen wie Schreiben, Flaschen öffnen oder dem Tippen auf dem Handy. Es kann auch zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und Ausweichbewegungen kommen.
Ja, obwohl Arthrose oft als nicht behandelbar gilt, kann die Lebensqualität im Umgang mit Rhizarthrose durch gezielte Übungen und einen ganzheitlichen Ansatz deutlich verbessert werden. Ziel ist es, die Beweglichkeit zu fördern, die Durchblutung zu verbessern und die Muskulatur zu kräftigen.
Mögliche Ursachen sind einseitige und monotone Belastungen der Hände im Alltag (z.B. durch Mausarbeit oder schwere Handarbeit), eine anatomische Fehlstellung im Gelenk oder eine Instabilität des Daumensattelgelenks.
